Bei einem dieser Ausflüge verliebten Sie sich in ein altes Château, das sie spontan kaufen und zu einem veritablen Gästehaus aufmöbeln wollten. Der Kaufpreis allerdings war so unerschwinglich hoch, dass beide vom Kauf abstand nehmen mussten. Der unbändige Wunsch aber nach einem „table autre“ in einem alten Haus mit Charakter war erwacht.
Rolf Pochert hatte bis dahin als Küchenchef diverse Vorstandskasinos großer deutscher Unternehmen bekocht; Katja Nowak als Assistentin der Geschäftsleitung eines namhaften Hamburger Architekturbüros gearbeitet.
Architektur, Kunst, Reisen und gutes Essen gehörten daher von Anfang an zum gemeinsamen Repertoire ihrer gemeinsamen Beziehung. Durch die Erlebnisse in der Bretagne wurde der Wunsch auch beruflich etwas zusammen zu machen und damit alle gemeinsamen Interessen unter einen Hut zu bringen eine immer stärker werdende Obsession.
Allerdings stellten sich auch zahlreiche andere in der Bretagne zum Verkauf stehenden Objekte als zu teuer heraus. So verlegte man sich auf das gelegentliche Studium einschlägiger Immobilienangebote, unter denen sich schließlich im Jahre 2006 die alte Landhaus Mühle am Ostufer des Schluchsees befand, ein heruntergekommener Gasthof, dessen ursprünglicher Charakter sich nur noch erahnen ließ, der aber „zu einem relativ überschaubaren Preis“ zu bekommen war.
Mit ungeheurem Elan und übervollen Arbeitstagen mussten nun 19 Standcontainer Bauschutt und Tonnen von Material für 12 Bäder, 11 Zimmer und Suiten, eine Wohnung, Küchenumbau, Weinkeller, Waschküche, Heizung, Dach mit Glockentürmchen, Nordgiebel, Fenster, Kinderbadestelle am Mühlbach und Gartengestaltung bewegt werden. Das Resultat ist ein charmantes, stilvoll eingerichtetes Landhaus, mit gemütlichen Stuben ( Alte Kuche, Bibliothek, Ofen- und Sonnenstube) und einem Restaurant im alten Kuhstall, in dem eine moderne Landhausküche aus Produkten der Region, mediterran inspiriert, serviert wird.
In der „kalten Jahreszeit“, wenn die Gästezahl abnimmt, gehen Katja Nowak und Rolf Pochert, neben den notwendigen Arbeiten im und am Haus, ihrem Hobby nach und malen Bilder! Diese hängen in den Zimmern der Gäste, auf den Fluren und in den Gaststuben, sowohl in fertigem wie auch in halbfertigem Zustand; manchmal auch nur als weiße Fläche, weil die Idee zum Bild sich noch im Kopf der Gastgeber befindet und noch keine Zeit fand auf die Leinwand zu gelangen.
Kunst im Raum als „floating process“, wie die Skizze zu einem Blumenbild in Zimmer 6. Wenn Rolf Pochert einmal nicht in der Küche steht um neue Menüs zu kreieren, kann es durchaus vorkommen, dass unter seinen kreativen Händen kleine Plastiken aus Ton oder Holz entstehen, während Katja, die eigentlich Architektur studieren wollte, den Pinsel schwingt und aus einem ansehnlichen Sortiment an Acrylfarben ein neues Bild entstehen lässt, dass dann irgendwann die Wand eines Zimmers oder Salons schmückt und die Hausgäste erfreut.





