Mäzenin
Anna Amalia
Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel (* 24. Okt. 1739 in Wolfenbüttel; 10. Apr. 1807 in Weimar) Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach und eine deutsche Mäzenin.
Sie war eine kluge und weitblickende, sehr energische, mitunter wohl auch rigorose Fürstin. Ohne sie hätte die Weimarer Klassik nicht stattgefunden. Nichte Friedrichs des Großen, galt Herzogin Anna Amalia (1739-1807) als das charismatische Zentrum des Weimarer Hofes. Ihren literarischen und musischen Neigungen folgend, hat Anna Amalia viel zur geistig-kulturellen Atmosphäre im vorklassischen und klassischen Weimar beigetragen.
Wir wissen, dass sie das Theater und die Bibliothek förderte, sich selbst als Komponistin und Zeichnerin versuchte. Wir wissen viel über ihre segensreichen Taten, aber kaum etwas über ihre Träume und ihre innere Gestimmtheit. Sie selbst hat der Nachwelt darüber kaum schriftliche Zeugnisse hinterlassen. Der Mythos Anna Amalia aber ist verbunden mit einer singulären Blütezeit des Geistes und der Kultur in Weimar.
Von 1759 bis 1775 übte Amalia die Regierungsgeschäfte für ihren 1757 geborenen Sohn Carl August aus. Die junge Herzogin, die Goethe förderte und Herder bewunderte, konsolidierte das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach und trug die Sorge für die Erziehung ihrer Söhne.
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Anna Amalia kam aus dem Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, wo sie im Geiste der bürgerlichen Aufklärung und zur Liebe für Literatur, Musik und Theater erzogen worden war. Nach dem Tod ihres Mannes, Herzog Ernst August Constantin übernahm sie als „Obervormünderin“ ihrer beiden Söhne die Regentschaft, die sie im Zusammenwirken mit dem „Geheimen Consilium“, vor allem mit den Geheimen Räten Greiner und Fritsch ausübte.
Als gebildete Herrscherin und Mäzenatin förderte sie alle schönen Künste, die Musik und das Theater, die Literatur und jegliche Kultur im Geiste der bürgerlichen Aufklärung. Die Berufung von Martin Wieland als Prinzenerzieher 1772 und der damit verbundene kulturelle Neuansatz ist einer ihrer Verdienste. Die Förderung der Herzoglichen Bibliothek, heute Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek bleibt eines ihrer großen Vermächtnisse.
Auch nach der Übergabe der Amtsgeschäfte an ihren Sohn Carl August 1775 blieb Anna Amalia weiterhin kulturell und mäzenatisch tätig, fortan in und von ihrem Witwensitz, dem Wittumspalais sowie den Sommerresidenzen in Ettersburg und Tiefurt. Legendär sind ihre Tafelrunden, zu denen sie alle „großen Geister Weimars“ ins Wittumspalais einlud sowie die Feste, Lesungen und Theateraufführungen in der nördlich von Weimar gelegenen Ettersburg.
Begeistert war auch sie von Italien, von dem sich die Herzogin in einer ausgedehnten Reise inspirieren lies. So zog es die gebildete Frau nach Sizilien und Neapel, wo sie Bekanntschaft mit bedeutenden Künstlern und Wissenschaftlern machte. In Rom, der Stadt der lebendigen Antike, wurde Anna Amalia 1788 vom Papst in Privataudienz empfangen. Die Musik, das Theater und die mediterrane Natur faszinierten die Reisende, sodass sie nach ihrer Rückkehr nach Weimar ihre Eindrücke musisch und literarisch zu erhalten suchte.
Auch Goethe verehrte die „edle Natur“ der Fürstin von Sachsen-Weimar-Eisenach, die zum Musterbild einer aufgeklärten Mäzenin wurde. Zwischen Rokoko und Revolution regierte sie ihre Land, reformierte Bildungs- und Sozialwesen und kapitulierte nie. Die mit vielen Talenten begabte Fürstin, von vielen als angenehme und energische Zeitgenossin beschrieben, nahm sich dennoch immer Zeit für die Musen, die Kunst und prägte so die Weimarer Klassik entscheidend mit.
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geschrieben am 13.1.2011
Kategorie: Kunst und Kultur
Tags: Amalia, Deutschland, Herzog, Klassik, Komponist, Musik, Weimar, Zeichner
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