Öffentliche Einrichtung
Balineum
Balineum, gelegentlich auch Therme wurden die Badehäuser im römischen Reich genannt. Nach einer Zählung um 400 n. Chr. gab es allein in Rom elf Thermen.
Das Balineum ist ein römisches Badehaus, das zu jedem römischen Kastell gehörte.
Dieses lag immer außerhalb des eigentlichen Kastells. Seine Badebecken, Schwitz- und Ruheräume dienten einerseits der Hygiene, andererseits aber auch der Entspannung. Die Kastellbäder boten den Soldaten und Legionären in ihrem meist eintönigen Alltag eine willkommene Abwechslung.
Die römischen Badehäuser waren zwar unterschiedlich groß, hatten aber im Wesentlichen alle die gleichen Funktionsräume. Ursprünglich waren die Bäder verputzt und ausgemalt und verfügten über Wasserhähne mit fließendem Kalt- und Warmwasser sowie gläserne Fenster. Der Fußboden ruhte auf Steinpfeilern, so dass die darüber liegenden Räume quasi eine Fußbodenheizung besaßen. Hohlziegel sorgten dafür, dass sich die warme Luft über die Wände im ganzen Haus ausbreiten konnte.
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Der Badevorgang im Balineum begann in der Regel in einem hölzernen Vorbau, in dem die Umkleide untergebracht war. Danach begab man sich in verschiedene Räumlichkeiten, welche sich hinsichtlich der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Funktion voneinander unterschieden. Sie wurden in einem vorgeschriebenen Ablauf durchschritten. Üblicherweise begann man das Bad in den warmen Räumen und beschloss es im Kaltbad.
Im Caldarium strahlte der geheizte Boden und oft auch die Wände und Bänke eine gleichmäßige Wärme von 40 bis 50° C ab, die Luftfeuchtigkeit war mit 100% sehr hoch. Ein wesentlicher Teil des Bades war das Tepidarium, das so genannte Regenerationsbad. Hier herrschten nur 37-39°C und eine Luftfeuchtigkeit von 40-60%. Die Wärme wurde ebenfalls von den Wänden oder von Steinliegen abgestrahlt. Hier konnte man sich unbegrenzt lange aufhalten. Das antike Dampfschwitzbad Sudatorium hingegen, suchte man analog dem Caldarium nur kurzzeitig auf. Im Frigidarium, dem Kaltbade- oder Abkühlraum eines römischen Bades, wurde der Körper zum krönenden Abschluss mit einer eiskalten Belebung revitalisiert.
Das Schwitzbad war auch direkt vom Umkleidebereich aus zugänglich und konnte, ohne die anderen Bereiche zu durchlaufen, mit einem Untertauchen im Kaltwasserbecken des Frigidariums beendet werden.
Wenn ein Römerbad nicht unmittelbar an einer Quelle lag, wurde das benötigte Wasser aus einem in der Nähe befindlichen Brunnen geschöpft und über Wasserleitungen herbeigeschafft. Die Bäder förderten nicht nur das körperliche Wohlbefinden, sondern dienten auch als Kommunikationszentren. So traf man sich, um Bekanntschaften zu pflegen oder geschäftliche Angelegenheiten zu besprechen.
Bekannte Balineae in Rom waren die Agrippa Thermen und Thermen des Caracalla. Letztere waren eine der größten ihrer Art mit einer Gesamtfläche von 140.000 m² und Platz für 1500 Menschen. Auch in Deutschland wurden beeindruckende Thermen gebaut, so zum Beispiel in Trier und Abusina, dem heutigen Eining.
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Badehaus, Entspannung, Hygiene, Italien, Rom, Sebionär, Soldat, Therme, Balineum, Öffentliche Einrichtung
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geschrieben am 13.1.2011
Kategorie: Kunst und Kultur
Tags: Badehaus, Entspannung, Hygiene, Italien, Rom, Sebionär, Soldat, Therme
Bildnachweis: Foto von Massimo Baldi auf Wikipedia. Lizenz Creative Commons
