Vater der Heilpflanzenkunde
Hieronymus Bock
Klöster trugen wesentlich zur Gartenkultur in Europa bei. Einer der Väter der Heilpflanzenkunde war Hieronymus Bock, Mönch im Kloster Hornbach.
Seit dem frühen Mittelalter waren Nutzgärten wichtiger Teil der Klosteranlagen. Ihre Anlage wurde dabei eher nach praktischen Erwägungen als nach ästhetischen Gesichtspunkten ausgerichtet: Der Klostergarten lieferte der Klosterküche Gemüse, Obst und Würzkräuter.
Schon damals waren Kohl- und Bohnenarten, Erbsen, Spinat, Sellerie, Fenchel, Zwiebeln und Gurken bekannt. Es gab auch Dill, Schnittlauch und Petersilie.
Im Klostergarten wuchsen aber auch Arzneikräuter – von Alant bis Zitronenmelisse. Dazwischen wurden auch christliche Symbolpflanzen angepflanzt, welche die Eigenschaften oder religiösen Grundwerte versinnbildlichten wie die Schwertlilie, Madonnenlilie, Akelei und Walderdbeere.
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Neben dem St. Gallener Klosterplan (ca. 825) und der Landgüterverordnung Karls des Großen (um 800) gilt der „Hortulus“ von Walahfried Strabo (809–849), Abt im Benediktinerkloster auf der Insel Reichenau, als eines der frühesten mittelalterlichen Zeugnisse des Gartenbaus in Deutschland. In der Stiftsbibliothek von St. Gallen werden fünf zusammengenähte, handbeschriebene Pergamentstücke aufbewahrt, auf denen der Plan einer idealen Klosteranlage zu sehen ist – fortan diente dieser Plan für andere Klöster als Vorlage zur Anlage von Kräutergärten. Jede Pflanzenart wurde in einem länglich angelegten Beet kultiviert, um die Reinheit des Krauts zu bewahren.
Die Klostermedizin verband die Lehre von den Heilkräutern, Arzneipflanzen und der Ernährungskunde mit ganzheitlicher Medizin. Der Klostermedizin verdanken wir uralte Erkenntnisse über die Wirkung von Heilkräutern, die außerhalb der Klostermauern längst verloren gegangen war. Die Mönche und Nonnen vertieften in den klostereigenen Gärten ihre Studien in Medizin und Kräuterheilkunde und gaben ihr Wissen innerhalb des Klosters weiter.
Karl der Große gibt in seiner Verordnung „Capitulare de villis et curtis imperiabilus“ genaue Anweisungen über den Anbau von Obstsorten sowie Heil- und Gewürzpflanzen.
Die Mönche der mittelalterlichen Klöster wussten viel über Heil- und Gewürzkräuter. Das alte Wissen über Kräuter aus Arabien, Griechenland und dem römischen Reich wurde in den Klöstern gesammelt, die Handschriften wurden bis zur Erfindung der Buchdruckkunst (1448) von den Mönchen in Handschriften gesammelt und kopiert.
Zu den Verdiensten des berühmtesten Einwohners der Stadt Hornbach (von 1532–1569) Hieronymus Bock gehört, dass er seine Erfahrungen und Kenntnisse über die Pflanzen in deutscher Sprache niedergeschrieben hat und dass er sein Kräuterbuch mit Holzstichen illustrieren ließ. Neben der Beschreibung der Pflanzen, systematisiert er diese auch. Die Pflanzenabbildungen sind naturgetreu und erlauben dem Laien das Erkennen und Sammeln – auch heute noch.
Bocks Kräuterbuch gibt ein vielfältiges Bild seiner Bemühungen um die unmittelbare Verbesserung der Volksgesundheit wieder. Von vielen Pflanzen hat er eine genaue, auf eigenen Beobachtungen ruhende Beschreibung im Ablauf der Vegetationsperiode gegeben. Für die einzelnen Kräuter gibt er jeweils die Sammelzeit und die Art der Zubereitung an. Besonders erwähnenswert sind seine Beschreibungen über äußere und innere Anwendungen in der volkstümlichen Sprache der Zeit „... zu allen kranckheiten vnd gebersten artzenei vnd rath eilends zu finden ...“. Dadurch erlangte das Buch, neben seiner Bedeutung als botanisches Werk in deutscher Sprache zur Flora des südwestdeutschen Raumes, die Qualität eines medizinischen Hausbuches.
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Benediktiner, Garten, Heilplanzen, Hieronymus Bock, Hornbach, Kloster, Küche, Medizin, Hieronymus Bock, Vater der Heilpflanzenkunde
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geschrieben am 20.4.2011
Kategorie: Kunst und Kultur
Tags: Benediktiner, Garten, Heilplanzen, Hieronymus Bock, Hornbach, Kloster, Küche, Medizin
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