Kirchenfürst

Nikolaus von Kues

Der Theologe und Philosoph Nikolaus von Kues, lat. Cusanus (1401 - 1464) gilt als einer der ersten deutschen Humanisten zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit.

Nikolaus von Kues, der 1401 in Kues an der Mosel als Sohn eines reichen Kaufmanns geboren wurde gehört zunächst dem aufstrebenden Bürgertum an. Sein Aufstieg vom Bürgersohn zum weltbekannten Kirchenfürsten vor allem auf seinem allseitigen Bildungsinteresse, so erwarb er sich umfangreiche Kenntnisse der Rechte, der Philosophie, Mathematik und Astronomie. Er studierte in Heidelberg und später in Padua, wo er das Studium 1423 als „doctor decretorum“ abschloss.

Zu dieser Zeit lernte er führende Vertreter des italienischen Humanismus kennen, die großen Einfluss auf seinen weiteren Lebensweg haben sollten. Ab 1425 war Cusanus an der Universität Köln als Student der Theologie und Philosophie immatrikuliert. Sein Ansehen stieg und sein Name wurde bald bekannt. Er entdeckte und publizierte zahlreiche verschollene Rechtsquellen und entlarvte darüber hinaus die „Konstantinische Schenkung“, nach der Kaiser Konstantin dem römischen Papst die Westhälfte des Römischen Reiches geschenkt haben soll, 1433 erstmals als Fälschung.

Auf dem Basler Konzil verfasste Nikolaus von Kues noch im selben Jahr seine erste grundlegende Schrift ' De concordantia catholica', in der er eine neue allgemeine Konzils- und Staatstheorie sowie eine darauf aufbauende Reichsreform entwarf.

Hotelempfehlungen

Hessen

Aufwendig restauriertes „Schlösschen von Idstein“ mit einmaligem Ambiente am Rande der malerischen Altstadt der einstigen Residenzstadt Idstein.

Nordrhein-Westfalen

Burghotel Schnellenberg, gepflegte Burg­anlage im Besitz der Familie von Fürstenberg über den grünen Hügeln des Sauerlandes

Der einstige Bürgersohn begann eine glänzende Diplomaten-Laufbahn. Die Konzilsväter wurden auf ihn aufmerksam und es dauerte nicht lange bis Cusanus wichtige Ämter und Aufgaben übertragen wurden und er eine herausragende Position als Kirchenpolitiker einnahm.

1436 wurde er zum Priester geweiht. In den Jahren 1438 bis 1448 nahm er als päpstlicher Gesandter an den deutschen Reichs- und Fürstentagen teil und setzte sich ein für die Erneuerung der Verbindungen der Kirche in Deutschland zum Papst. Trotz Anerkennung reformatorischer Ideen, forderte er die unbedingte Anerkennung der päpstlichen Autorität. Auch als Gesandter in Konstantinopel bemühte er sich um die Einheit der Kirche und profilierte sich so auch politisch auf europäischer Ebene.

Einheit der Kirche und der Religionen war für Cusanus zeitlebens ein zentrales Thema. Wie bereits in der 'concordantia catholica' dargelegt, ging es ihm um die Einigkeit der Christnenheit. 1440 erschien die wohl bedeutendste Schrift 'De docta ignorantia' ('Über das belehrte Nichtwissen'). Demnach sei das unendliche Universum nicht wissenschaftlich einzufangen, sondern anbetungswürdig und Gegenstand der Mystik. Cusanus lehrte die Unendlichkeit des Kosmos, womit die Erde ihre Stellung als Mittelpunkt des Universums verliert, denn im Weltall gibt es kein fixes Zentrum. Somit bereitete der Kirchenfürst den Weg zur mathematischen Wissenschaft der Neuzeit.

Zu seinen großen Werke gehört auch die 1445 erschienene Trilogie: 'De Deo abscondito' ('Vom verborgenen Gott'), 'De quaerendo deum' ('Vom Fragen nach Gott') und 'De filiatione die' ('Von der Gotteskindschaft'), sowie der erste von zehn mathematischen Traktaten: 'De geometricis transmutationibus' ('Von den geometrischen Verwandlungen').

Am 20. Dezember 1448 erhob man den Kusaner offiziell zum Kardinal mit der Titelkirche San Pietro in Vincoli. Wenig später, am 23. März 1450, ernannte ihn Papst Nikolaus V. auch zum Fürstbischof von Brixen und erteilte ihm am 26. April die Bischofsweihe. Der begabte Bürgersohn Nikolaus von Klues war zum Kirchenfürsten aufgestiegen und damit am Höhepunkt seiner kirchlichen Laufbahn angelangt. Als er 1452 die Leitung des Bistums antrat kam es allerdings schon zu heftigen Auseinandersetzungen mit dem Herzog von Tirol, sodass Cusanus 1458 sein Bixen wieder in Richtung Rom verließ, wo er seine Reformtätigkeit fortsetze.

Bis zu seinem Tod stand von Klues im Dienste der Gesamtkirche. Er lebte im Papstpalast und pflegte den Kontakt zu Freunden und Gelehrten. Wichtige Schriften konnten so noch entstehen. Als Cusanus 1464 Papst Pius II. im Kreuzzug gegen die Türken folgte, überkam ihn in der umbrischen Bergstadt Todi eine Krankheit. Er starb am 11. August im Alter von 63 Jahren. Seine Gebeine ruhen in seiner römischen Titelkirche San Pietro in Vinculi, sein Herz in der Kapelle des St. Nikolaus-Hospitals in Kues beigesetzt, das er 1458 als Schenkung gegründet und den Armen vermacht hatte.

Themenverwandte Artikel zu Nikolaus von, Kues

Schlagworte zu Nikolaus von, Kues

Bernkastel-Kues, Brixen, Humanismus, Kirche, Konstantin, Mathematik, Mittelalter, Rom, Nikolaus von Kues, Kirchenfürst

Infos zu Artikel: Nikolaus von Kues

geschrieben am 19.4.2011
Kategorie: Kunst und Kultur
Tags: Bernkastel-Kues, Brixen, Humanismus, Kirche, Konstantin, Mathematik, Mittelalter, Rom
Bildnachweis: auf Wikipedia. Lizenz PD-old

Zurück