Durch reizvolle Flusstäler und Mittel gebirgs landschaften, vorbei
an Burgen und Schlössern, durch mittelalterliche, verwinkelte Fachwerkstädtchen führt die Märchenstraße nicht nur zu den Wirkungsstätten der
Brüder Grimm (Hanau, Steinau, Marburg, Kassel und Göttingen), sondern
auch zu Schauplätzen einiger berühmter Märchen (Dornröschenschloss
Sababurg oder Frau-Holle-Teich auf dem Hohen Meißner). In der
malerischen alten Universitätsstadt Marburg begannen die Brüder Grimm
ihre Forschungen.
Zwischen Marburg und Fritzlar liegt das Rotkäppchenland. Die
mittelalterliche Dom- und Kaiserstadt Fritzlar ist noch fast vollständig
von einer mit Türmen gespickten Stadtmauer umgeben. Unterwegs auf der
Märchenstraße erschließen sich noch andere Orte berühmter Geschichten
und Überlieferungen, wie die des Rattenfängers von Hameln oder des
Barons Münchhausen in Bodenwerder an der mittleren Weser. Schloss und
Park Wilhelmshöhe erinnern in Kassel an die Bedeutung der Stadt zur
Renaissance- und Barockzeit. Die pittoreske Löwenburgaußen bröckelnde
Burgruine, innen wohnliche Sommerresidenz – von Kurfürst Wilhelm erbaut,
bot schon zu Zeiten der Brüder Grimm eine märchenhafte Kulisse. Im
Palais Bellevue sind das Brüder Grimm-Museum sowie Grimm-Archiv und
-Bibliothek beherbergt. Die Kunst halle Fridericianum ist Hauptsitz der
renommierten, alle vier Jahre stattfindenden documenta. Nicht weit von
Kassel entfernt liegt das Märchenland Reinhardswald und darin die
Sababurg mit Rosengarten und Wildpark, die als Dornröschenschloss der
Brüder Grimm gilt.
Im Park Gesundbrunnen erinnern Badehäuser und Brunnentempel an die
Blütezeit des alten Heilbades Hofgeismar. Hameln lädt mit seinen schönen
alten Bürgerhäusern zum Stadtrundgang auf der „Rattenspur“, ganz im
Zeichen der weltberühmten Rattenfängersage ein. Start ist im Zentrum auf
dem Pferdemarkt. In der Nähe der Stadt Horn geht es über den
„Hermannsweg“ zu den Extern steinen: einem sagenumwobenen Natur- und
Kulturdenkmal aus vorchristlicher Zeit, das bereits von Goethe bewundert
wurde. In der Nähe erhebt sich bei Detmold das Hermannsdenkmal, das an
die Schlacht im Teutoburger Wald (9 Jh. n. Chr.) erinnert, in der das
römische Heer vom Cherusker fürsten Arminius vernichtend geschlagen
wurde.
Von Bückeburg, einem Juwel der Weserrenaissance, geht es über Minden,
Nienburg und Verden an der Weser entlang bis in die alte Hansestadt
Bremen, die mit vielen interessanten Gebäuden und Museen aufwarten kann.
Die „Bremer Stadtmusikanten“ an der Westseite des Rathauses, gelten als
das bekannteste Denkmal der Stadt.
Die Böttcherstraße, eine 110 m lange Passage, in der die Böttcher
früher ihre Fässer fertigten, wurde in den Jahren 1924 bis 1931 von
Bernhard Hoettger, einem Mitbegründer der Darmstädter Künstler kolonie,
expressionistisch umgestaltet.
Nur 25 km von Bremen entfernt liegt die Künstlerkolonie Worpswede, ebenfalls mit vielen Bauten Bernhard Hoettgers.