ANNA AMALIA
Auf den Spuren
von Anna Amalia
Anna Amalia (1739-1807) kam als braunschweigische Prinzessin in Wolfenbüttel auf die Welt. Im Jahre 1756 wurde Anna Amalia aus rein dynastischen Gründen mit dem jungen regierenden Herzog Ernst August II. Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach verheiratet. Als ihr Mann bereits nach zweijähriger Ehe 1758 starb, wurde Anna Amalia zur Regentin des kleinen sächsischen Herzogtums. Sie führte die Regierungsgeschäfte sehr umsichtig. Im Jahre 1775 übergab Anna Amalia die Regierung des Herzogtums schuldenfrei an ihren ältesten Sohn Carl August und fand nun mehr Zeit für ihre geistigen Interessen. Zu ihren berühmt gewordenen Tafelrunden trafen sich ab 1775 regelmäßig die „Großen der Geistesgeschichte“ zum lebhaften Gedankenaustausch über Fragen der Kunst, Musik, Literatur und Theater. Unter ihnen befanden sich auch Goethe, Herder, Wieland, von Seckendorff und Knebel. Nach Anna Amalia wurde die berühmte Bibliothek in Weimar benannt, die 2004 durch ein Feuer stark beschädigt wurde und ab Herbst 2007, vollständig restauriert, interessierten Besuchern erneut offen steht.
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek bewahrt literarische Zeugnisse vom 9. bis zum 21. Jahrhundert auf. Da ihre Sammlungen aus dem Zeitraum 1750 bis 1850 besonders dicht sind, bildet die Epoche von der Aufklärung bis zur Spätromantik den Arbeitsschwerpunkt der Bibliothek.
Die Forschungsbibliothek, die im neuen Bücherkubus und im Tiefenmagazin untergebracht ist, verfügt über einen Bestand von über 1.000.000 Bänden mit Sammlungsschwerpunkt auf der deutschen Kultur- und Literaturgeschichte der Klassik zwischen 1750 und 1850 unter besonderer Berücksichtigung von Germanistik, Geschichte, Philosophie, Kunst, Musik und Thüringen. Unter den Sondersammlungen befindet sich die mit 13.000 Bänden größte Faust-Sammlung der Welt sowie eine bedeutende Shakespeare- Sammlung mit ca. 10.000 Bänden.


