Kulturroute

Mosel und Rhein ein deutsches Traumpaar

Flüsse sind die Adern eines Landes. Sie sind Zentren uralter Kultur- und Zeitgeschichte. Im Südwesten Deutschlands sind es Rhein und Mosel. Jahrtausendealte Besiedelung formte eine einmalige Landschaft, die ihren fruchtbaren Reichtum auch heute noch besitzt und Gästen aus nah und fern eine romantische Idylle präsentiert.

Trier, im Jahre 16 v. Chr. von Kaiser Augustus gegründet, gilt als die älteste deutsche Stadt. Etwa 100 Jahre später entstand das heute noch in Teilen erhaltene Amphitheater, das ursprünglich 20.000 Zuschauer fassen konnte. Von der römischen Zeit zeugen noch weitere Gebäude, wie die verschiedenen Thermen, die Aula Palatina sowie das römische Stadttor Porta Nigra. Schon die Römer wussten, was gut war und eroberten sich eine Landschaft, die durch das mediterrane Klima ein Stück Heimat bedeutete. Seit 273 n. Chr. ist Trier Bischofssitz, wovon der Dom als älteste Bischofskirche Deutschlands Zeugnis ablegt. Er gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und dokumentiert über 1.650 Jahre Architektur- und Kunstgeschichte. Eine andere Berühmtheit, die der Religion eher distanziert gegenübersteht, ist Karl Marx. Im Gegensatz zu Chemnitz, welches früher Karl-Marx-Stadt hieß, ist Trier eine echte „Karl-Marx-Stadt“. Hier steht sein Geburtshaus.

Die Moseluferstraße führt von Trier nach Koblenz durch zahlreiche pittoreske Winzerorte, vorbei an imposanten Burgen, ehemaligen Klöstern und Relikten der römischen Epoche. Sehenswert ist u.a. das mittelalterliche Fachwerkstädtchen Bernkastel-Kues. Ein Verweis auf den berühmten Namenspatron Nikolaus von Kues, vielen besser bekannt als Cusanus, darf hier nicht fehlen. Der große Theologe, geniale Philosoph und Mathematiker prägte nicht nur eine Zeit, sondern besiegelte durch seine Schriften das Ende mittelalterlichen Denkens.

Als Reformer und humanistischer Philosoph ist er sowohl der geistige Vater der modernen Theologie als auch der Philosophie der Neuzeit. Noch heute ehrt man ihn durch Namensgebungen, wie beim „Cusanus-Werk“ der Katholischen Kirche, einer bischöflichen Studienförderung für Hochbegabte. In seinem Wohnhaus ist ein Museum eingerichtet, welches sehr empfehlenswert ist. Aber nicht nur das Schauen ist Erleben, sondern auch das Schmecken und Riechen. So gehört die „Älteste Weinstube“ im Märchenhotel anno 1640 zu den ältesten und renommiertesten Lokalen der Region. Mitten im alten Ortskern von Bernkastel gelegen, beherbergt sie heute das Märchenhotel, welches ein idealer Aufenthaltsort ist, um die westliche Moselregion zu erkunden.

Von hier aus liegt nur wenige Kilometer stromabwärts der Jugendstilort Traben-Trarbach. Als protestantische Enklave und zweitgrößte Weinhandelsstadt Europas (nach Bordeaux) ergab es sich, dass besonders die Geschäfte mit Preußen florierten und der Gemeinde einen immensen Wohlstand brachten. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden somit viele neue Gebäude, die im Stile dieser Zeit reich ornamentiert und gestaltet sind. Doch wir verlassen die steingewordene Flora und wenden uns lebendiger Natur zu. In engen Serpentinen windet sich die Straße hinauf in den Hunsrück, einem Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Der Hunsrück wurde schon früh besiedelt und zeigt mit zahlreichen Funden aus der Römerzeit, dass er vollständig erschlossen war. Die Ausoniusstraße ist vielleicht der bekannteste Beweis und als Wanderweg überaus reizvoll.

Ein römischer Wachturm bei Dill und Niedersohren illustriert die Geschichte ganz vorzüglich. Der Name kommt von einem römischen Dichter, der über diese Straße nach Trier reiste und seine Eindrücke in dem Gedicht „Mosella“ verewigte. Wechselvolle Geschichte paart sich mit gelebten oder erzählten Erinnerungen an „Früher“. Edgar Reitz drehte Anfang der 1980er Jahre den ersten Teil seiner „Heimat“-Trilogie. Ganz in der Nähe liegt Lillers Historische Schlossmühle, ein Hotel welches Ruhe und Erholung mit moderner Infrastruktur verbindet. Zwischen Hunsrück und Mosel erwarten einen viele Annehmlichkeiten.