DIE MÄCHTIGSTE BURGANLAGE AM JAKOBSWEG

19. Jul. 2008
Der über tausend Jahre alten Pilgerweg von Leipzig nach Köln - führt über Attendorn.

Die mächtigste Burganlage am Jakobsweg

Eine Variante der Heidenstraße führte durch die Hohlwege am Kutschenberg und an der Kluse oberhalb Attendorns vorbei. In der heutigen Pferdekoppel der Burg Schnellenberg oberhalb der Tennisplätze sowie im Bereich der 'Einsamen Tanne' zeigen zahlreiche Hohlwegspuren den ehemaligen Verlauf noch an. Auch die Straßenbezeichnung 'Kluser Weg', früher 'Hundts Kluse', erinnert an eine Klause, in der in den Jahren vor 1726 ein Eremit lebte."

Der Kölner Erzbischof Engelbert I. von Berg baute um 1222 die auf einem Felsen über der Bigge liegende Burg aus, um die kölnische Stellung in diesem Raum zu festigen und die Heidenstraße zu sichern. Durch weitere Ausbauten in späteren Jahrhunderten wurde Schnellenberg zur mächtigsten Burg des Sauerlandes. In der Durchfahrt zur Oberburg ahnt man noch etwas von der regen Geschäftigkeit vergangener Jahrhunderte. Denn die unzähligen Wagen, die hier voll beladen oder leer ein- und ausfuhren, haben ihre Spuren deutlich im steinigen Untergrund hinterlassen... Auf besondere Beziehungen derer von Fürstenberg zum Apostel Jakobus weist auch der Spruch hin, den man in der Durchfahrt zur Oberburg entdeckt: "Foris non maneat peregrinus / Ostium meum pateat viatori" (Nicht draußen bleibe der Fremde/der Pilger. Mein Tor stehe offen dem Reisenden/dem Wanderer). Außerdem findet man in der Toranlage zur Unterburg eine Jakobusmuschel, ein weiteres Zeichen dafür, dass hier auch Pilger gern gesehen waren und sind.

Caspar von Fürstenberg legte besonderen Wert auf die dem heiligen Georg geweihte Schlosskapelle in der Oberburg, die heute für stilvolle Hochzeiten genutzt werden kann. Dietrich von Fürstenberg, Fürstbischof von Paderborn, finanzierte ab 1598 die weitere, prunkvolle Ausgestaltung der Kapelle. Im Deckengewölbe findet man Dietrich als Apostel Jakobus d. Ä. mit dem Pilgerstab.

Zahlreiche Dokumente und Belege verweisen so auf die Bedeutung der Burg, die diese im Laufe der Jahrhunderte für die Verbreitung und den Schutz des christlichen Glaubens einnahm.

Auch heute noch beeindruckt die imposante und weitläufige Anlage Wanderer (mit und ohne Pilgerabsichten) durch Ihre Gastfreundschaft. Nicht mehr von den Fürstbischöfen und ihren Bediensteten wird diese gewährt, sondern von Stephan und Thomas Bilsing und ihrem zauberhaften Team.


 

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